Archive for Januar, 2011

Mildura Party Hire

Montag, Januar 31st, 2011

Da man bei 42°C nicht viel machen kann als im Zimmer hocken und glotzen, sehen wir zurzeit recht viel TV. Was einem hier in Australien auffällt ist, dass aus jedem kleinen 1,5 Stunden Film ein Herr der Ringe 4 Stunden Epos wird. Die hier wissen noch wie man einen Film mit viel Werbung füllen kann. Das schlimme daran ist, dass immer wieder die gleichen 3 Werbespots gezeigt werden. Nina hat deswegen eben mal einen Camrip unseres Lieblingspots gemacht:

Die Arbeitstage

Freitag, Januar 28th, 2011

Hier passiert im Moment nicht viel neues.
Ich (David) bin auch wieder am picken, da der Oberboss vom neuen Feld leider genug Boxeneinsammler hat.
Jeden Tag stehen wir um 5:15 Uhr auf um mit unseren Asiatenfreunden auf ein Feld zu fahren. Dann starten wir zwischen 6 und 7 mit dem Picken. So gegen 12 Uhr machen wir dann Lunchpause und setzen uns zwischen die Reben und essen eine Kleinigkeit. Dann geht es bis 17 Uhr weiter. Dann fahren wir auf dem Camingplatz wo wir eine Einzimmerwohnung ohne Bad haben, aber dafür eine gute Klimaanlage und einen TV. Für die Badgeschichten müssen wir also immer raus und die Campingeinrichtungen nutzen. Dafür ist die Unterkunft super billig. Nach einer Dusche und einem Abendessen legen wir uns dann ins Bett vor die Glotze und pennen oft sehr sehr früh ein. Und dann geht es halt wieder von vorne los.
Zur Zeit ist die Arbeit sehr hart, da die Früchte total schlecht sind und es um die 40°C heiß wird. Nunja so läuft der Hase.

Mein Freund schläft mit dem Boss…

Dienstag, Januar 18th, 2011

Anders kann ich mir nicht erklären, dass David innerhalb von 1 1/2 Wochen Früchtepflücken nicht nur eine Beförderung, sondern auch eine Gehaltserhöhung bekommen hat!
Wir sind endlich wieder zurück im schönen, dicht bevölkerten Mildura, nachdem wir knapp 9 Tage in Menindee Früchte gepflückt haben. Wie David bereits berichtete, war das Wetter dort in den ersten Tagen verdammt nass, so dass wir in der ersten Woche nur auf insgesamt 10 Stunden pflücken und 2 Stunden verpacken kamen – eine Leistung, die wir in den letzten drei Tagen jeden Tag vollbracht haben! Nach dem Unwetter sind die Trauben leider in schlechter Verfassung, so dass ich weniger pflücken konnte als gehofft (nur etwa 30 Boxen mit jeweils 10kg pro Tag). Das schafft eine Vietnamesin mit der Nummer 31 in 2 Stunden. Übermenschlich!
Dafür hat David diese Woche als Box-Collector anfangen können, wo er nach Stunden bezahlt wird. Jackpot! :) Nachdem er fleißig 10 Stunden am Tag Traubenkisten auf Anhänger geladen hat (insgesamt stolze 7,5 Tonnen pro Tag), hat unser Oberboss sich entschieden, ihm sein Gehalt direkt auszuzahlen und nicht den Umweg über den Contractor zu gehen, der stündlich einen Teil einbehält. Somit gibts nun für ihn 18 und nicht nur 13.50 die Stunde.
Hier mal ein Bild von den Weinreben, die wir bepflücken.

David bat mich, zu betonen, dass er total im Eimer ist und er sich kaum noch bewegen kann vor lauter Muskelkater im Allerwertesten. Ich bin sehr stolz auf ihn, denn was er da jeden Tag in der glühenden Hitze leistet, ist wirklich Wahnsinn! Die beiden Vietnamesen (Ken und Hai), die ursprünglich auch für diesen Job eingesetzt werden sollten, sind allerdings ein bisschen enttäuscht, dass sie sich mit den verrottenden Trauben rumschlagen müssen und nicht auch nach Stunden bezahlt werden. David muss den Job zum Glück nicht allein machen, sondern fährt mit dem Sohn vom Boss und einem weiteren Kollegen durch die Gegend. Die drei haben mächtig Spaß, baggern die armen Vietnamesinnen schamlos an und fluchen wo es nur geht (wie Australier das halt so machen…). Sonst würde man bei der Arbeit wahrscheinlich auch verrückt werden…

Heute sind wir früher als erwartet wieder nach Mildura gefahren, wo die Trauben hoffentlich besser sind, da es hier manchmal regnet und die Reben daher mit Plastikfolie abgedeckt werden. So können sie nach einem Schauer nicht anfangen zu faulen. Wir sind gespannt, ob David seinen netten Job mit Andrew und Michael behalten darf, oder ob er wieder pflücken muss.
Der Caravanpark ist hier jedenfalls viel erträglicher als der Erste in Menindee, so dass wir es in Mildura gut ein paar Wochen aushalten können. Hier sind übrigens mal ein paar Eindrücke aus dem Park des Grauens: Das Innere unserer Behausung sowie Fotos vom Morgen nach dem Unwetter.



Als wir heute über Broken Hill nach Mildura zurückfuhren, haben wir übrigens noch Nachwirkungen der Regenfälle gesehen. Teile des Outbacks hatten sich skurrilerweise in sumpfartig aussehende Seen verwandelt. Auch die Straße war von dieser Umwandlung nicht ausgenommen:

Es ist übrigens nur ein wenig komisch, allein unter Asiaten (die Chefs ausgenommen) auf dem Feld zu stehen. Das Englisch der Vietnamesen ist zwar schwierig zu verstehen (sofern denn überhaut Kenntnisse vorhanden sind), aber besonders die Leute in unserem Alter sind total nett und wir haben sehr viel Spaß. Die mäßigen Englischkenntnisse hindern Ken und Hai nicht daran, einen ständig vollzuquatschen. Meistens kriegen wir auch irgendwie raus, was sie sagen, aber je mehr VB sie intus haben, desto schwieriger wird es.
Mit zwei Mädels aus Hong Kong verstehe ich mich auch sehr gut, denn die beiden sind ebenso wie wir durch die Sprachbarriere ein bisschen behindert, da nur einer der Vietnamesen auch Chinesisch spricht. Lustigerweise finden sie genau die selben Sachen wie wir an Australien merkwürdig: Verdammt freundliche Leute, relaxtes Arbeiten, langsames Internet…

Noch eine kleine Anekdote von heute morgen: Michael, Davids Kollege war schon öfters in Deutschland und kann daher “Schneller, schneller!” sagen (das konnte Alex, unser WWOOF-Host übrigens auch). Also ruft er das den Pflückern manchmal zu, die es natürlich nicht verstehen. Heute antwortete aber eine neue vietnamesische Pickerin darauf: “Sprichst du Deutsch?” Wie sich rausstellte, leben sie und ihr Freund eigentlich in Düsseldorf und sind im Moment zum Picken in Australien. Sachen gibt’s…

Und zum Abschied: Sonnenuntergang im Outback. Schön!

Wir sind abgesoffen!

Freitag, Januar 14th, 2011

Kurz damit alle auf dem selben Wissenstand sind: Wir haben uns letzten Freitag auf einen Campingplatz im Mildura eingemietet und dort hat Nina einen Asiaten angesprochen, ob er einen Früchtepflückerjob hat, da wir auch auf der suche sind. Ken hat uns dann direkt an seinen Boss vermitelt und dann gings mit 20 Asiaten, am Sonntag, ins absolute Outback, wo wir am Montag früh mit Traubenpflückn angefangen haben.
Das Tolle ist, dass wir neben der Bezahlung die Unterkunft gestellt bekommen, naja wir dachten, dass dies toll sei, aber es war ein Alptraum, da wir auf den wahrscheinlich schlimmsten Campingplatz der Geschichte eingemietet wurden. Wit hatten zwar einen Campingwagen, aber getrennte Betten, (was ja mal garnicht geht) eine zerstörte Sitzbank, so dass ich auf meinem Campingstuhl gessesen habe und neben ca 40000 Viehchern in den kotzdreckigen Sanitäreinrichtungen hat es auch noch in unserern Campingwagen rein geregnet. Das war aber bei sehr vielen anderen wohl auch so.
Arbeitstechnisch ist das sammeln recht leicht, da wir in die reichbestückten Trabenbäume einfach nur aberernten und nicht viel zu beachten ist. Bei regen müssen wir gar nicht arbeiten, wodurch wir in unserer ersten Woche nur jeden 2ten Tag arbeiten mussten.
Und Donnerstag ist es dann passiert, wir waren so gegen 17 Uhr in unserem Campingwagen, da es nicht mehr aufhören wollte zu regnen. So um 22 Uhr hab ich dann mal raus geschaut und gesehen, dass wir bereits knietief im Wasser stehen. Kurz darauf ist dann auch unser Chef angekommen, der uns sagte, dass wir da raus müssen und im Hotel unterkommen sollen. Wir haben dann unsere Badesachen angezogen und haben das Auto gepackt. Ich war so froh, dass wir einen Geländewagen haben, ohne wäre das ganze glaube ich nicht möglich gewesen, aber Cain hat sich problemlos aus dem See gezogen.
Nach der Nacht im Motel wurden wir dann auf einen anderen Campingplatz ausgelagert, wo wir wieder einen Campingwagen für uns bekommen haben und der ist echt total super, fette Klimaanlage, Herd, Ofen, dichtes Dach, sauberes großes Bett und saubere Klos. Hier lässt es sich echt gut leben sehr sehr schön das ganze.
Am Morgen sind wir dann noch mal bei Tageslicht zu unserem Campingplatz gefahren und es war einfach unglaublich, der steht komplett unter Wasser! Total verrückt.
Heute haben wir uns dann zusammen mit zwei Chinesinnen den Luxus gegönnt und sind in die nächst größere Stadt (110km – eine Strecke) gefahren um mal wieder ins Internet zu kommen.
Macht euch also keine Sorgen wir werden gleich wieder für bestimmt zwei Wochen von der Bildfläche verschwinden.
Alles in Allem war das ein super Erlebnis und ich freu mich darauf euch die Fotos zu zeigen, welche wir zahlreich gemacht haben.
Bilder hochladen kann ich leider im Moment nicht, will mir das aber auch nicht genauer ansehen. Da müsst Ihr noch etwas warten.

NYE Sydney

Samstag, Januar 1st, 2011

Ein toller Start ins neue Jahr! Am 31. zogen wir um ca 13 Uhr los und fuhren mit dem Auto zur 3 km entferneten Zughaltestelle um von dort aus in die Stadt zu kommen. Der Zug war total leer und wir haben uns schon gefragt, ob alles richtig ist oder wir die einzigen sind, die in Sydney feiern wollen. Nach einer Stunde sind wir dann auch am Hafen angekommen wo wir uns direkt aufgemacht haben um einen guten Platz für das Feuerwerk zu finden. Da Nina viel gutes vom Mrs Macquaries Point gehört hat haben wir uns dahin aufgemacht, auch wenn wir nicht wirklich damit gerechnet haben dort einen Platz zu bekommen, da auf diesen Platz von den ca 1500000 Besuchern nur 20000 Einlass erhalten. Aber wir hatten Glück, nach ca einer Stunde anstehen in der totalen Sommersonne sind wir tatsächlich noch auf das Gelände gekommen. Dort haben wir den Tag mit Schach und Menschen gucken umgebracht und haben dann die Feuerwerke betrachtet. Leider sind die Fotos nicht wirklich toll geworden, dass ist halt doch immer schwierig mit so normalen kleinen Kameras. Und wir haben uns lieber mit zusehen als fotografieren beschäftigt. Daher kann ich nur diesen link empfehlen: HIER!
Im neuen Jahr angekommen sind wir dann auch schnell nach dem Feuerwerk wieder zurück gefahren und ich muss sagen, dass ich noch nie einen so gut organisierten Abfluss von Menschen gesehen habe. Die haben einfach die komplette Stadt für den Autoverkehr zu gemacht und die Menschenmassen haben sich über die Straßen verteilt.
Als wir am Bahnhof angekommen sind hatten wir dann mal wieder Glück, da wir innerhalb von 5 Minuten in unseren Zug gekommen sind und sogar einen Sitzplatz gefunden haben, es war traumhaft.
Um 3 Uhr morgens waren wir dann im Hotel wo wie als erstes im neuen Jahr in der Glotze Dimmu Borgir gesehen haben. Toll ein super Start ins Jahr und das bei den völlig unmetalischen Australiern.
Nun ist es früh am Morgen wir sitzen mal wieder bei einer Apfeltasche im McDoof und stellen fest, dass Ihr gerade vor einigem Minuten ins neue Jahr gekommen seit.
Na dann frohes Neues!

PS: Leider kann ich auf Grund des unendlich schlechten Internets keine Fotos hochladen. Das holen wir dann noch nach!