Adelaide –> Alice –> Katherine –> Kimberley

Endlich bin ich regeneriert genug, um mal wieder einen Blogeintrag zu schreiben. Letzten Mittwoch habe ich mich auf den langen Weg von Adelaide in South Australia zu meinem Praktikumsort Kununurra im Norden von Western Australia gemacht. Eine Entfernung von etwa 3200km, für die ich 3 Tage und zwei Nächte unterwegs war.

Mittwoch gegen Mittag hat David mich zum Bahnhof gebracht, wo ich in den “Ghan” eingestiegen bin – Australiens legendärer Transkontinentalzug von Adelaide im Süden bis Darwin im tropischen Norden. Der Zug ist inkl. Lok über 700m lang und fährt mit einer “atemberaubenden” Durchschnittsgeschwindigkeit von 85km/h. Kein Wunder, dass es ewig dauert, den Kontinent zu durchqueren! Ich bin allerdings nur bis Katherine und nicht bis zur Endhaltestelle nach Darwin gefahren um von dort in den Greyhound-Bus nach Kununurra im Westen umzusteigen.

Auf der Fahrt verlässt man nach etwa 3 Stunden bei Port Augusta (wo auch das obere Foto entstanden ist) die in Südaustralien ohnehin kaum vorhandene Zivilisation. Es folgt stundenlang das Outback, bis man am nächsten Mittag in Alice Springs ankommt. Irgendwo auf dem Weg kam uns dann der andere Ghan entgegen, der netterweise direkt vor meinem Fenster gehalten hat:

In Alice gab es einen Halt von ein paar Stunden, in denen man die Stadt erkunden konnte. Hier mal ein Blick auf den Zug im “Bahnhof” von Alice:

Ich bin natürlich in der billigsten Klasse gereist, die dennoch sehr komfortabel war. Es gab gemütliche Sitze, die für die Nacht in eine fast waagerechte Position umklappen ließen und für einen kleinen Preis gab es auch Eintritt in die “Lounge”, wo man gemütlich so viel Tee und Kaffee zu sich nehmen konnte, wie man wollte und einen tollen Blick nach draußen hatte.
Ich hatte auf dem ersten Teil der Reise auch eine sehr nette Sitznachbarin, eine britische Renterin, die nun in Thailand lebt und dort in engem Kontakt mit einer Volunteer-Organisation ist, die immer wieder Leute suchen, die ein paar Wochen oder Monate als Englisch- oder Deutschlehrer arbeiten. Wir haben mal eMailadressen getauscht…

Von Alice aus ging es weiter nach Katherine, ein noch kleineres Kaff im Nirgendwo, das aber ebenfalls ein Verkehrsknotenpunkt ist, da man von hier nach Westaustralien abbiegen kann. Dort bin ich dann in den Greyhound umgestiegen und nochmal 5 1/2 Stunden nach Westen gefahren, bis ich endlich in Kununurra am Rand der Kimberley-Region angekommen bin. Auf den letzten paar Hundert Kilometern wurde die Landschaft immer spektakulärer: Grünes Outback (die Wet Season ist gerade vorbei), Hügel, Klippen, Rauchschwaden in der Ferne, wassergefüllte Creeks… Total schön! Leider gibt’s keine Fotos, da ich mit gucken beschäftigt war.
Hier in Kununurra ist nun wieder richtig schönes Wetter mit um die 30°, auch wenn es hier die kälteste und (glücklicherweise) trockenste Zeit des Jahres ist. Kein Vergleich zu Adelaide, wo wir jede Nacht gefroren haben! Hier mal Fotos von der Straße vor meinem Hostel und von Kelly’s Knob, einem Hügel von dem aus man die Stadt überblicken kann:

Für die ersten drei Tage habe ich mich in einem sehr schönen Hostel (Kimberley Croc Backpackers) einquartiert, bis ich dann morgen in die Kimberley Croc Lodge, eine Unterkunft für long term stays, umziehe. Die Zimmer sind schön sauber, es gibt einen großen Innenhof mit Sitzgelegenheiten und Palmen (siehe Foto) und der Supermarkt ist nur einen Block weiter. Bin sehr zufrieden!

Und hier sitze ich gerade und schreibe den Blogeintrag, während winzigkleine Fliegeviecher mich aufessen:

Da es auf der Südhalbkugel gerade Winter ist, geht die Sonne übrigens auch schon recht früh unter. Wir haben es gerade etwa 16 Uhr und die Schatten sind schon ziemlich lang.

Gestern Abend war ich auf dem “Barramundi Concert”, einem Community Festival mit vielen Aborigine-Künstlern. Es gab Tanzgruppen (unter anderem eine Gruppe vom Language Centre), Rock- Country- und RnB-Gruppen, eine Modenschau und lauter so Kram. Es waren massig Kinder da und gab natürlich ein striktes Alkohol-, Rauch- und Drogenverbot, was auch oft von der Moderatorin der Veranstaltung wiederholt wurde. Ich hatte den Eindruck, dass sich der Großteil der Leute dort auch dran gehalten hat. Habe leider keine Fotos gemacht, aber vielleicht kriege ich noch welche von der Holländerin, mit der ich den Abend dort verbracht habe. Die werden dann nachgereicht.
Gleich gehe ich auf’s Straßenfest zum Ende der “Ord Valley Muster Season”, das 100m von hier entfernt ist. Und morgen fängt dann mein Prakitkum an. Ich bin gespannt und voller Vorfreude (und auch ein bisschen nervös…), was da so auf mich zukommt.

4 Responses to “Adelaide –> Alice –> Katherine –> Kimberley”

  1. lydia Says:

    Huhu – das hört sich ja toll an!!! Und wie schön, dass du es so schön angetroffen hast und nicht mehr frieren mußt. Ach, ich beneide dich schon sehr!
    Für morgen alles Gute und für heute noch viel Vergnügen.
    Und die Fotos bitte nicht vergessen!

    Wir feiern hier gleich Annis Geburtstag nach, schade, dass du nicht dabei sein kannst, müssen wir halt die ganzen Cantuccini und die Tiramisutorte ohne dich niedermachen!

  2. Heiko Says:

    Mich beschleicht das gefühl, das bild mit “hier schreibe ich gerade den blogeintrag” ist gestellt mit der Kontoauswahl ^^

    Mach mal Fotos von alltäglichen Dingen, wie Unterkunft, Supermarkt, Infrastruktur im Dorf, fänd ich auch interessant :)

  3. Nina Says:

    Die letzten vier Bilder sind doch alltägliche Bilder. Zwei von der Straße vor der Haustür, zwei vom “Aufenthaltsraum” im Hostel. Und nix da “gestellt”, ich hab mich dort hingesetzt, den Rechner vom Standby erlöst und dabei das Foto geschossen. Jaaa, es war ne halbe Minute vor dem Schreiben des Eintrags. Aber die kann man ja abrunden.

    Der Supermarkt ist übrigens ein ganz gewöhnlicher Coles, genau wie im Rest von Australien auch. Gibt nichtmal fühlbare Preisunterschiede. Immerhin ist er (jetzt) direkt auf den anderen Straßenseite. :)

  4. otto Says:

    Ich will auch den Süden sehen …
    Viel Spass, David ist ganz trauig, dass Ihr getrennt seit.

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