Gone Fishin’…

Gestern hatte ich das Vergnügen, das erste Mal in meinem Leben richtig fischen zu gehen. Knut hat mich eingeladen, ihn und seine beiden Kinder zum Lake Argyle zu begleiten, um dort ein paar Catfishes zu angeln. Das habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen!
Der Lake Argyle ist ein etwa 70km langer Stausee, der aus dem Ord River entsteht und liegt etwa 1 Stunde mit dem Auto von Kununurra entfernt. Unter der Wasseroberfläche liegen übrigens einige wichtige spirituelle Stätten der Miriwoong, die dann mit dem Bau des Staudamms einfach überflutet wurden. Die Miriwoong hat natürlich niemand gefragt, ob sie auch damit einverstanden sind… Aber ohne Lake Argyle würde es auch Kununurra nicht geben, denn er versorgt die Region ganzjährig mit Wasser. Da die Wet Season so stark war, war der See noch vor zwei Wochen 8m über dem normalen Pegel, was bei dieser Größe eine gigantische Menge an Wasser bedeutet! Obwohl es hier monatelang nicht regnet, steht also immer genug Wasser zur Verfügung.

Auf der Fahrt zum See haben Knuts Kinder mir schon diverse Horrorgeschichten von Fischen aus dem Amazonas-Dschungel (wo sie mal gelebt haben) erzählt. Mir wurde aber versichert, dass die Fische im Lake Argyle ganz harmlos seien. Vorher kamen wir noch am “Spillway” vorbei, der überschüssiges Wasser ableitet und normalerweise nur ein kleines Bächlein ist. Aber wie ihr ja mittlerweile wisst, gibt es hier im Moment mehr Wasser als gewöhnlich.

Es soll im Lake Argyle nur so wimmeln von Catfishes, aber trotzdem war an der einzigen Bootsrampe des riesigen (laut Wikipedia 740 – 1000qm großen) Sees kein einziges Auto zu sehen. Wir waren also die einzigen Leute auf dem Wasser! Zum Glück war der Pegel schon so weit zurückgegangen, dass die Bootsrampe nicht überflutet war und wir gut das kleine Boot zu Wasser lassen konnten. Hübsch, nicht?

Bevor es losging, hat Mogli noch mit der Hilfe einiger Krabben ein paar etwa 10-15cm lange Bait Fische gefangen, die wir später als Köder für die größeren Artgenossen nutzen konnten. Mit seiner Hilfe habe ich es dann auch geschafft, meinen ersten kleinen Fisch zu fangen, allerdings erst, nachdem ich 3-4 Krabbenteile verschwendet hatte.
Dann ging es mit dem Boot nach draußen auf den Lake Argyle, wo die großen Fische warteten. Da es auf einem Stausee immer eine gewisse Strömung gibt und die Catfishes (Aquaristen kennen sie als “Welsartige”) sich immer am Grund aufhalten, war es notwendig, das Boot auf dem See festzumachen. Andernfalls wäre durch die Strömung der Köder trotz Senkblei nicht auf dem Grund angekommen. Dazu sind wir zu einer Platform im See gefahren, an der wir uns vertäuen konnten. Leider war der sonst so gute Angelspot nicht besonders stark von Fischen frequentiert, so dass niemand etwas gefangen hat – außer mir!
Als ich gerade meinen zweiten Köder runterließ, ruckte es plötzlich auf halbem Weg nach unten und ich ruckte zurück. Dann die Leine hochholen – das ging erstaunlich einfach und Knut und Mogli meinten schon, dass bestimmt nur ein Kleiner am Haken sei, da der Fisch sich kaum gewehrt hat. Als Knut ihn dann ins Boot holte (ich habe mich nicht getraut wegen der bösen Giftstacheln), war das Staunen groß: Ganze 69cm war der Fisch lang! So ein Riesenvieh!



Später hat Knut es dankenswerterweise für mich übernommen, den Fisch auszunehmen.

Ich habe mir dann zwei schöne große Filets fürs Abendessen mitgenommen. Es hat gemundet! :-D

Am Nachmittag sind wir noch ein bisschen auf dem See rumgedüst, aber da es ein recht windig war, konnten wir nicht allzu weit rausfahren und die Geschwindigkeit mussten wir auch beschränken. In so einem kleinen Boot wird man schon ganz schön durchgeschüttelt!


Die Landschaft war, wie immer hier, natürlich wieder wunderschön, und da wir fast allein auf dem See waren, war es auch wunderbar friedlich.

War ein super Tag, den ich mit einem Besuch in Kununurras Open-Air-Kino abgeschlossen habe. Hier laufen einmal wöchentlich am Samstag zwei Filme, die einzige Möglichkeit, hier mal ins Kino zu gehen. Das war sehr schön aber auch sehr kalt!

Nächste Woche geht es wieder für ein paar Tage mit der Arbeit in den Keep River National Park, wo es einen Camp-Workshop zum Erlernen der traditionellen Tänze gibt. Ich werde dort auch zelten und bei der Dokumentation (also Foto- und Videoaufnahmen) helfen. Für die Nächte sind Temperaturen um die 8° angesagt; ich ziehe mich schonmal warm an!

Zum Abschluss noch ein hübsches Detail von einer Pflanze am Spillway:

7 Responses to “Gone Fishin’…”

  1. lydia Says:

    Hui, schön!!! Schade, dass du kein Fischlein mitbringen kannst – ist der Unterbachersee denn eine Alternative?
    Wie heißt die hübsche Pflanze denn, ob sie hier wohl gedeihen würde?

  2. Heiko Says:

    Fish! :-D

  3. David Says:

    Ich vermisse dich :(

  4. Nina Says:

    Ich vermisse dich auch :(

  5. Nessy Says:

    Und die Lara vermisst dich auch! :-(

  6. Nessy Says:

    Aber ich find’s toll, was du jetzt alles erlebst. :-)

  7. Otto Says:

    Fisch – wie hat es geschmeckt? Alle satt geworden?
    Und wird das Fischen ein neues Hobby? Oder nur eine App? ;-)

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