Home Valley Station

Nun kann ich endlich die letzte Sache, die ich mir für Australien vorgenommen hatte, abhaken. Und das, obwohl ich schon nicht mehr damit gerechnet hätte, dass ich es überhaupt hinbekomme: Ich war auf der Gibb River Road und habe mir dort einen Teil der wunderschönen Kimberley-Landschaft angesehen. Grund für den Ausflug war ein “Church-Camp” von Knuts und Michaelas Gemeinde, zu dem sie mich auch eingeladen hatten. So habe ich nun das lange Wochenende von Freitag auf Montag mit etwa 8 anderen Familien auf einem Campground auf “Home Valley Station” verbracht, Andachten und Gottesdienst inklusive… Aber ich hatte ja Davids gute Wünsche (“Lass dich nicht bekehren!”) mit auf den Weg bekommen. :)

Ein Großteil der Kimberley-Region ist ziemlich unzugänglich und für gewöhnlich fährt man am unteren Rand auf dem Highway, wenn man von Broome oder Derby im Westen nach Kununurra oder Wyndham im Osten möchte. Wer abenteuerlustig ist, wählt allerdings die kürzere Schotterpiste, die quer durch das unwegsame Gelände führt – die Gibb River Road (660km lang). Das Land auf dem Weg gehört diversen Cattle-Farmen, die sich mittlerweile auch um die immer größer werdenden Touristenscharen bemühen. Dazu werden Campgrounds und auch luxuriösere Unterkünfte bereitgestellt. Auf der ganzen Strecke gibt es allerdings keine Ortschaft, nur Stations und Roadhouses. Home Valley Station ist nur etwa 50km vom Highway entfernt, also mussten wir nicht besonders viel Schotterpiste fahren. Dennoch wurde die Landschaft schnell noch spektakulärer als rund um Kununurra. Allein die Fahrt zum Camp war schon sehr sehenswert; in den nächsten Tagen haben wir uns dann noch mehr angeguckt.

Home Valley Station hat einen sehr schönen Campingplatz, der mit öffentlichen Feuerstellen ausgestattet ist, wo wir dann abends Lagerfeuer gemacht haben. Leider hatten wir das Pech, direkt neben dem (zugegebenermaßen grandiosen) Kinderspielplatz zu campen. Das war besonders morgens um 6 Uhr sehr unschön. Keine Gnade für die Ohren!
Mein Zelt ist übrigens das Rechte.

Auf dem Campground steht unter anderem auch dieser hohle Boab. Wir man sieht, lebt er noch, obwohl er eigentlich ziemlich ramponiert ist. Eine gute Kletterwand gibt er auch ab.

Am Samstag haben wir uns mit der ganzen Truppe nachmittags auf einen Walking Track begeben, der einen in 1,5km zur Bindoola Gorge bringt. Allerdings führt der Weg quer durch den Bush und besteht nur aus einem dünnen Trampelpfad, den wir (die “Vorhut”) dann leider auch irgendwann verloren haben. Plötzlich fanden wir uns in dichtem Gestrüpp wieder und vom Rest der Leute war auch keine Spur zu sehen.

Knut hat uns dann allerdings zielstrebig querfeldein in Richtung der Gorge geführt, die wir auch nach etwa 15 Minuten erreicht haben. Der Rest der Gruppe war allerdings irgendwo anders hingegangen – so hatte wir die schöne Schlucht für uns allein, so dass ich es gar nicht so schlecht fand, dass wir ein bisschen vom Weg abgekommen waren.

Das Thema des Camps war “Treasures”, und so hatten wir die “Aufgabe” bekommen, nach kleinen Schätzen zu suchen. Später in den Andachten haben wir dann darüber gesprochen, was wir Schönes gefunden oder erlebt haben. Ich fand es sehr nett, dass sich alle darüber ausgetauscht haben und demnach auch aktiv nach besonderen Dingen Ausschau gehalten haben. Als Aktivität hat jede Familie außerdem eine “Treasure Box” zum bemalen bekommen, wo die Fundstücke dann reingelegt werden konnten. Auch wenn es wahrscheinlich eher für die Kinder gedacht war, habe ich trotzdem fleißig mitgemacht und mein Box mit Bildern von der Landschaft und vom Sternenhimmel verziert. War ein bisschen wie die Pfadfinderlager als Jugendliche. In meiner Box haben sich ein paar Steine, ein paar Blüten, eine Samenkapsel, getrocknete Fischschuppen und zerriebene Steine (Ochre, also organe-braunes Pigment) angesammelt. Die Bibelverse, die mir gegeben wurden, habe ich allerdings nicht reingetan… Hat jedenfalls Spaß gemacht, mit Knuts Sohn (Mogli) nach kleinen Schätzen zu suchen.

Am Sonntag ging es dann mit allen 8 Geländewagen auf einen Offroadtrip am Pentecost River entlang. Dieser kreuzt die Gibb River Road an einer Furt, was einer der Gründe dafür ist, dass man die Straße nur zur Dry Season befahren kann. Da die Wet dieses Jahr aber so heftig war, war der Pegel immer noch bei etwa 40cm. Das Flussbett ist sehr steinig, so dass wir beim Durchfahren ordentlich durchgeschüttelt wurden.



Nach der Furtdurchquerung ging es dann im Schneckentempo auf einen Offroad-Track, der jedes Jahr durch die Wassermassen in der Wet Season stark verändert wird, da alte Wege ausgewaschen werden und sich plötzlich tiefe Spalten in der Landschaft auftun. Da ist man froh, einen netten Landcruiser mit viel Bodenfreiheit zu haben!


Jetzt in der Dry Season ist alles total trocken und staubig, besonders wenn 8 Geländewagen auf einmal unterwegs sind und alles aufwirbeln. Doch manchmal findet man noch ein Billabong, an dem es grün ist. Und die Rinder sind auch happy. Wenn sie am Wasserloch sind, stehen sie wenigstens nicht auf dem Track rum und versperren einem den Weg!

Wir haben einen Stop zum Morning Tea eingelegt und später Lunch in der Nähe des Ufers vom Pentecost gemacht. Dort gab es dann auch einen Gottesdienst in freier Natur, bei dem Amazing Grace gesungen wurde (schön!) und ich mir ansonsten etwas fehl am Platze vorkam (nicht so schön). Aber so ist das wohl als überzeugter Atheist in einem Gottesdienst. :)

Später ging’s dann am Flussufer angeln. Man darf nicht zu weit runter ans Ufer, da dort Salties (Salzwasserkrokodile, also die gefährlichen) rumschwimmen können. Das, was auf dem Foto wie ein Baumstamm aussieht, ist wohl eins. Es trieb aber nur harmlos an uns vorbei.

Als Köder zum angeln hat Knut Lammherz genommen. Da es schon ein paar Tage im Esky lag, roch es allerdings etwas streng…

Leider hatten wir nur wenig Zeit, aber ein Fisch hat schnell angebissen, nur ein paar Sekunden bevor Knut mir die Angel in die Hand drücken wollte.

Es war ein Catfish (die man hier wohl am leichtesten an den Haken kriegt), und leider nicht besonders groß. Da die Viecher so einen großen Kopf haben, bleibt leider nach dem zurechtstutzen nicht viel übrig.

Die Catfishes haben auch böse Giftstacheln, deshalb muss man beim ausnehmen vorsichtig sein. Tony, der Pastor, hat mir erzählt, dass die Stiche zwar nicht wirklich gefährlich sind (außer ein eventueller Schockzustand), aber dass sie unsäglch wehtun, und das tagelang. Sowohl ihn als auch seine Frau hat es mal erwischt. Mogli war dementsprechend umsichtig, als er den Fisch getötet und ausgenommen hat. Für mich sah es trotzdem irgendwie gruselig aus…

Abends haben Michaela und ich uns dann das Fischfilet geteilt. War gar nicht fischig (sondern eher wie Hühnchen) und daher sehr lecker. Ich hoffe auf einen weiteren Angelausflug am Lake Argyle mit mehr Zeit.

Auf dem Rückweg haben Michaela und ich Videos von unserer Truppe an einem besonders netten Abhang gemacht. Ist nicht soo spannend, aber vielleicht trotzdem ganz interessant:

Heute früh waren wir dann noch an den Bindoola Falls.

In der Wet Season ist es ein gigantischer Wasserfall (auf dem Foto oben sieht man nur die eine Hälfte), doch in der Dry vertrocknet er, so dass man dort, wo das Wasser normalerweise runterstürzt, entlanglaufen kann. Wir hatten allerdings Glück und durch die späte und heftige Wet haben wir noch ein paar Rinnsale gesehen. Sehr imposant das ganze, und ich habe mich trotz meiner Höhenangst an den Abgrund gewagt! Zugegebenermaßen musste Knut mich allerdings erst dazu animieren. :)



Man beachte das Auto und die bunten Punkte (Menschen) im Hintergrund, um ein Gefühl für die Größenordnung zu bekommen.

Was mich besonders beeindruckt hat an diesem Wochenende war wieder einmal der Sternenhimmel, der hier einfach unbeschreiblich beeindruckend ist. Der Nachthimmel hier im Outback gehört neben Lagerfeuer und Wasserfällen (und David ;) ) zu den Dingen, die ich mir ewig lang angucken könnte. In weiser Voraussicht hatte ich mein Buch mit den Constellations dabei und habe tatsächlich viel gefunden. Auch die ISS habe ich vorbeihuschen sehen.
Wen es interessiert:Das Southern Cross erkennt man hier sofort beim hochgucken, außerdem auch Alpha und Beta Centauri, die direkt daneben liegen und sehr hell sind. Scorpius ist auch gut zu finden; dieses Sternzeichen liegt übrigens genau in Richtung Zentrum unserer Galaxie. Dort ist die Milchstraße dementsprechend tatsächlich auch am hellsten, da sich dort ja die meisten Sterne befinden. Außerdem kann ich nun Corona Australis, Teile von Centaurus, Carina, Teile von Leo, Teile von Virgo, Boötes, Corona Borealis und natürlich den großen Wagen (gerade noch sichtbar von hier aus) finden, ohne mein Büchlein zu konsultieren. Toll, was? ;)
Ich würde mir so gerne Binoculars oder ein Teleskop zulegen, aber ich fürchte, dass die ganze Sternenguckerei am deutschen Himmel nicht so viel Spaß machen wird, weil einfach nicht so viel zu erkennen ist. Ich kann mich nicht erinnern, in Deutschland die Milchstraße mal klar gesehen zu haben. Hier ist sie hingegen kaum zu übersehen, ein eindeutig milchiges Band quer über den Himmel. :-D

Naja, genug über Sterne (davon kann ich leider keine Fotos machen), dafür nun noch eine Auswahl an Panorama-Fotos der Landschaft:
So sieht es um Home Valley Station überall aus. Man beachte auch den von unserer Truppe aufgewirbelten Staub weiter hinten.

Mein aktueller Bildschirmhintergrund:

Und kurz vor Sonnenunergang…

Außerdem: Überraschende Blütenpracht in der kargen Landschaft.

Und eins von diversen Motiven für meine Desktophintergrund-Collection.

6 Responses to “Home Valley Station”

  1. David Says:

    Fettester Neid!!!

  2. lydia Says:

    Einfach toll!!!

  3. Anni Says:

    Schööön!

  4. Heiko Says:

    Schöner als LA ;)

  5. Otto Says:

    Ich bin neidisch! Es ist doch eine Reise wert. Zumindest als Tourist.

  6. hier drücken Says:

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