Archive for the ‘Nina’ Category

Fotoupdate

Samstag, Februar 12th, 2011

Wir dachten uns, ihr freut euch bestimmt über mehr Fotos. Also haben wir mal unsere Bilder durchgeschaut, damit wir euch weitere Eindrücke aus Australien präsentieren können.

Erstmal ein Anblick, den wir hoffentlich so bald nicht mehr ertragen müssen: Endlose Weinfelder in Mildura. Leider kommt die Hitze auf dem Bild nicht wirklich rüber…

Zum Glück haben wir immer morgens gegen 6, 7 Uhr angefangen. So war es noch halbwegs frisch, und der Mond hing tief über’m Horizont.

Unser Heim in Mildura war dieser Bungalow. Unsere Tür ist die Rechte, in den beiden Räumen daneben lebten etwa fünfzigtausend Inder, die einen unglaublichen Lärm veranstaltet haben. Ob Fleisch klopfen, Hochbetten zusammenbauen oder nachts um halb Zwölf die Wohnung umdekorieren – alles war dabei!

Zum Glück hatten wir mit den Vietnamesen auch nette Nachbarn, bei denen wir zum Bier trinken und Abendessen eingeladen wurden. Die Nudelsuppe war super!

Als wir uns bereits entschlossen hatten, Mildura zu verlassen, zog zum Abschied noch ein dickes Gewitter herauf. Sieht doch vielversprechend aus, oder?

Leider ging während des Unwetters der Storm aus, also musste David sich auf die Suche nach der Sicherung machen.

Andere Leute hat es aber schwerer getroffen: Etwa 200 Häuser standen unter Wasser und die Traubenfarmer waren bestimmt auch nicht begeistert, dass ihre Trauben ziemlich stark bewässert wurden.

Wenigstens hatte David Spaß daran, durch die überfluteten Straßen zu pflügen, wie der Blick aus meinem Fenster beweist.

Ein paar Tage später in Südaustralien sieht der Murray wieder ganz friedlich aus.

Die Wolken sehen aus wie gephotoshopte Quallen…

Bei gutem Wetter gibt’s auch schöne Sonnenuntergänge am Campingplatz.

Auf dem Weg nach Adelaide: Ein Salzsee neben der Autobahn.

Unser Zwischenstopp in Hahndorf, der “ältesten deutschen Siedlung in Australien”, bescherte uns: Eine riesige Fleischplatte “Taste of Germany” mit diversen Würsten, verschiedenen Senfsorten, Sauerkraut, Kassler, Haxen und Kartoffeln, leckeres Hefeweizen und natürlich Ritter Sport! Schade, dass die Temperaturen ebenso hoch waren wie der Preis. Wir konnten gar nicht so schnell essen, wie die Schoki geschmolzen ist.

Don’t feed the Harraß! ;)

Mein Freund schläft mit dem Boss…

Dienstag, Januar 18th, 2011

Anders kann ich mir nicht erklären, dass David innerhalb von 1 1/2 Wochen Früchtepflücken nicht nur eine Beförderung, sondern auch eine Gehaltserhöhung bekommen hat!
Wir sind endlich wieder zurück im schönen, dicht bevölkerten Mildura, nachdem wir knapp 9 Tage in Menindee Früchte gepflückt haben. Wie David bereits berichtete, war das Wetter dort in den ersten Tagen verdammt nass, so dass wir in der ersten Woche nur auf insgesamt 10 Stunden pflücken und 2 Stunden verpacken kamen – eine Leistung, die wir in den letzten drei Tagen jeden Tag vollbracht haben! Nach dem Unwetter sind die Trauben leider in schlechter Verfassung, so dass ich weniger pflücken konnte als gehofft (nur etwa 30 Boxen mit jeweils 10kg pro Tag). Das schafft eine Vietnamesin mit der Nummer 31 in 2 Stunden. Übermenschlich!
Dafür hat David diese Woche als Box-Collector anfangen können, wo er nach Stunden bezahlt wird. Jackpot! :) Nachdem er fleißig 10 Stunden am Tag Traubenkisten auf Anhänger geladen hat (insgesamt stolze 7,5 Tonnen pro Tag), hat unser Oberboss sich entschieden, ihm sein Gehalt direkt auszuzahlen und nicht den Umweg über den Contractor zu gehen, der stündlich einen Teil einbehält. Somit gibts nun für ihn 18 und nicht nur 13.50 die Stunde.
Hier mal ein Bild von den Weinreben, die wir bepflücken.

David bat mich, zu betonen, dass er total im Eimer ist und er sich kaum noch bewegen kann vor lauter Muskelkater im Allerwertesten. Ich bin sehr stolz auf ihn, denn was er da jeden Tag in der glühenden Hitze leistet, ist wirklich Wahnsinn! Die beiden Vietnamesen (Ken und Hai), die ursprünglich auch für diesen Job eingesetzt werden sollten, sind allerdings ein bisschen enttäuscht, dass sie sich mit den verrottenden Trauben rumschlagen müssen und nicht auch nach Stunden bezahlt werden. David muss den Job zum Glück nicht allein machen, sondern fährt mit dem Sohn vom Boss und einem weiteren Kollegen durch die Gegend. Die drei haben mächtig Spaß, baggern die armen Vietnamesinnen schamlos an und fluchen wo es nur geht (wie Australier das halt so machen…). Sonst würde man bei der Arbeit wahrscheinlich auch verrückt werden…

Heute sind wir früher als erwartet wieder nach Mildura gefahren, wo die Trauben hoffentlich besser sind, da es hier manchmal regnet und die Reben daher mit Plastikfolie abgedeckt werden. So können sie nach einem Schauer nicht anfangen zu faulen. Wir sind gespannt, ob David seinen netten Job mit Andrew und Michael behalten darf, oder ob er wieder pflücken muss.
Der Caravanpark ist hier jedenfalls viel erträglicher als der Erste in Menindee, so dass wir es in Mildura gut ein paar Wochen aushalten können. Hier sind übrigens mal ein paar Eindrücke aus dem Park des Grauens: Das Innere unserer Behausung sowie Fotos vom Morgen nach dem Unwetter.



Als wir heute über Broken Hill nach Mildura zurückfuhren, haben wir übrigens noch Nachwirkungen der Regenfälle gesehen. Teile des Outbacks hatten sich skurrilerweise in sumpfartig aussehende Seen verwandelt. Auch die Straße war von dieser Umwandlung nicht ausgenommen:

Es ist übrigens nur ein wenig komisch, allein unter Asiaten (die Chefs ausgenommen) auf dem Feld zu stehen. Das Englisch der Vietnamesen ist zwar schwierig zu verstehen (sofern denn überhaut Kenntnisse vorhanden sind), aber besonders die Leute in unserem Alter sind total nett und wir haben sehr viel Spaß. Die mäßigen Englischkenntnisse hindern Ken und Hai nicht daran, einen ständig vollzuquatschen. Meistens kriegen wir auch irgendwie raus, was sie sagen, aber je mehr VB sie intus haben, desto schwieriger wird es.
Mit zwei Mädels aus Hong Kong verstehe ich mich auch sehr gut, denn die beiden sind ebenso wie wir durch die Sprachbarriere ein bisschen behindert, da nur einer der Vietnamesen auch Chinesisch spricht. Lustigerweise finden sie genau die selben Sachen wie wir an Australien merkwürdig: Verdammt freundliche Leute, relaxtes Arbeiten, langsames Internet…

Noch eine kleine Anekdote von heute morgen: Michael, Davids Kollege war schon öfters in Deutschland und kann daher “Schneller, schneller!” sagen (das konnte Alex, unser WWOOF-Host übrigens auch). Also ruft er das den Pflückern manchmal zu, die es natürlich nicht verstehen. Heute antwortete aber eine neue vietnamesische Pickerin darauf: “Sprichst du Deutsch?” Wie sich rausstellte, leben sie und ihr Freund eigentlich in Düsseldorf und sind im Moment zum Picken in Australien. Sachen gibt’s…

Und zum Abschied: Sonnenuntergang im Outback. Schön!

Frohe Weihnachten!

Freitag, Dezember 24th, 2010

Wir wünschen euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr! Feiert schön!

Noch mehr Videos

Montag, Dezember 6th, 2010

Wir haben hier mal gutes Internet, also gibt’s noch ein paar Videos.

Zurück in der Zivilisation

Freitag, Dezember 3rd, 2010

Nach 12 Tagen im Busch sind wir wieder zurück in der Zivilisation. Wie schon diverse Male angekündigt, waren wir “wwoofen”. Das bedeutet Freiwilligenarbeit auf organischen Farmen für etwa 4-5 Stunden pro Tag gegen Unterkunft und Verpflegung. Wir waren in der Nähe von Tabulam, einem kleinen Örtchen im Norden von NSW in den Bergen, etwa 100km von der Küste entfernt. Unser Host Alex hat sich vor etwa 25 Jahren ein Stückchen Land in den Bergen gekauft und dort im Laufe der Jahre ein Haus, mehrere Schuppen und mehrere Weiden erschaffen. Wir haben ihm bei all den Aufgaben geholfen, die so anfallen, und dafür ein gemütliches Bett und sehr leckeres Essen (mit mindestens 3 Zehen Knoblauch pro Mahlzeit) bekommen. Nun können wir Unkraut jäten (australisches Unkraut ist riesig, hartnäckig und echt kein Spaß), junge Bäume ausreißen (damit ein baumfreier Buschfeuerschutz zwischen Haus und Wald entsteht), Beton gießen, eine Mauer bauen, Regenrinnen auf dem Dach entlauben (und das bei meiner Höhenangst), Fensterverkleidungen anbringen, Bullenscheiße schaufeln und kompostieren…
(Rechts ist unser Schlafzimmerfenster)

Wir hatten eine echt schöne Zeit mit Alex. Er hat jede Menge Geschichten aus seinem Leben, von seinen Reisen und zur Weltsituation auf Lager. Ein paar Wörter Deutsch spricht er auch, z.B. “Schnell arbeiten!” (nur im Spaß), “Essen!”, “Bullenscheiße!”, “Ach du Scheiße” (er flucht aber auch auf Englisch sehr ausgiebig), und “Wunderbar!”. :)
Die Tierwelt ist auch ziemlich abwechslungsreich: Es gibt Goannas (Lizards), Geckos, Wallabies (Kängurus), Schlangen (zum Glück haben wir erst eine gesehen), Papageien und Koalas (haben wir leider nicht gesehen). Den Lizard haben wir mit altem Schinken gefüttert, die Papageien krigen ab und an ein bisschen Vogelfutter. Alex hat auch fünf Rinder, die zur Zeit um das Haus herum grasen, um den Rasen zu “mähen”. Sie sind ein bisschen schüchtern aber sehr neugierig. Nächstes Jahr sind sie dann groß genug, um verkauft und geschlachtet zu werden. Aber hier haben sie ein echt gutes Leben! Da isst man gern australisches Beef.
Das ganze Haus ist energieeffizient gebaut. Nicht so sehr, weil Alex ein Idealist ist, sondern weil er mitten im Busch lebt (10 km zum nächsten Dorf mit Tankstelle, 50 km zur nächsten Stadt) und Versorgung schwierig ist. Alles läuft hier mit Solarstrom und die Wasserversorgung wird durch Regenwassertanks und notfalls Wasser, das aus dem Fluss hochgepumpt wird, sichergestellt. Bevor wir duschen, müssen wir ein Feuer unter einem der Wassertanks machen, um es zu erhitzen. Das geht erstaunlich gut und macht auch Spaß. :)
Hier kommt unser warmes Duschwasser her!

Bisher ist das Haus hier noch eine Baustelle (nur unser Schlafzimmer ist schon fertig), daher haben wir immer im Caravan gekocht, in dem Alex lange gelebt hat. Unser Essen haben wir deshalb immer mit Blick auf die umliegenden Berge eingenommen. Die Aussicht ist genial, egal ob bei schönem Wetter oder bei Regen (was wir häufig erleben durften), wenn die Berge in den Nebelschwaden verschwinden.
“Das Panorama kann man auf einem Bild gar nicht festhalten…”

Nun haben wir uns aber verabschiedet und reisen erstmal als Touristen weiter. Durch das wwoofen haben wir schön gespart (bzw. das Geld, das wir zu viel ausgegeben hatten, kompensiert). Es war ein sehr erfreuliches Erlebnis, das wir sicher wiederholen werden!

Fraser Island, oder: Das Urlaubsparadies

Sonntag, November 14th, 2010

Es war auch schön auf Fraser!
Die Touren durch die Sandhölle haben sich echt gelohnt, denn wir haben viele wunderschöne Plätze besucht. Zwar waren auch eine Menge anderer Leute da, aber zeitweise fühlte man sich schon ziemlich einsam auf dem “Highway”. Nur ab und an brausten Landcruiser, mit bis zu 8 trunkenen Backpackern beladen, oder 4WD-Reisebusse an uns vorbei. Auch ein kleines Flugzeug stand plötzlich neben uns auf dem Highway; der Pilot hatte es sich in seinem Campingstuhl gemütlich gemacht und grüßte uns mit einem Winken. Alle paar Kilometer stand ein einsamer Geländewagen mit ein paar Anglern am Strand, doch ansonsten hatte man wirklich seine Ruhe.
Das war an den Hauptattraktionen allerdings nicht mehr der Fall. Kein Wunder, denn Lake McKenzie (1. Bild) und Lake Wabby (2. Bild) sehen aus wie aus einem Urlaubsprospekt!


Als wir am ersten Tag beim Lake McKenzie mit seinem kristallklaren Wasser und dem schneeweißen Sand ankamen, kam David vor lauter Freude aus dem Fluchen gar nicht mehr raus! Lake Wabby stand am zweiten Tag an und erforderte etwas mehr Anstrengung von uns: über einen 2.2km weiten Wanderweg über die Dünen kamen wir nach einer endlos langen Stunde endlich dort an. Der See ist an drei Seiten von Wald umzingelt; die letzte Seite wird von einer Sanddüne eingerahmt, die sich jedes Jahr 3m weiter in den See frisst. Daher ist das Ufer ziemlich steil und der See wird irgendwann verschwunden sein. Bei beiden Seen haben wir jedenfalls trotz der Menschenmassen ziemlich einsame Stellen am Strand gefunden, wo man viel Ruhe hatte. David hat mit viel Geduld sogar 6 kleine Fischchen in seinen Händen gefangen, aber dann doch wieder freigelassen. In der Zeit habe ich meinen architektonischen Gelüsten gefrönt und angefangen, die Sanddüne abzutragen und einen Wall im See zu bauen. Weit bin ich nicht gekommen, aber schmerzende Arme hatte ich trotzdem. Hätte ich mal besser unseren frisch erworbenen Klappspaten mitgenommen!
Den Rest der Zeit ging’s am 75 Mile Beach entlang. Dort haben wir ein 1935 gestrandes und mittlerweile fast verrottetes Schiffswrack bewundert, sind den bis zum Grund durchsichtigen und von Urwald beschatteten Eli Creek hinuntergetrieben und haben am Indian Head auf den Felsen Ausschau nach Walen und Haien gehalten (ohne Erfolg).
Übernachtet haben wir jeweils an Campingplätzen, die die Queenslander Behörden zur Verfügung stellen – für nur etwa 5 Dollar pro Person pro Nacht. Alles in Allem hat uns der Trip 60 Dollar für Permits (Camping und Autogenehmigung) sowie 115 Dollar für die Fähren gekostet. Das ist doch ein guter Preis für einen unbezahlbaren Urlaub! Zwar haben wir uns auch Alkohol im Wert von 40 Dollar gegönnt, bei den Preisen hier bedeutete das aber nur 3 Dosen für jeden am Abend. ;)
So sah’s auf Fraser noch aus:
Creek am Highway

Blick von den Felsen vor’m Indian Head

Felsen am Indian Head

Glücksritter

Montag, November 8th, 2010

Zur Zeit sind wir am Wendekreis des Steinbocks und somit nicht mehr in den Tropen. Wir befinden uns im Landesinneren von Queensland (ob es wirklich schon als “Outback” zählt weiß ich nicht, aber es ist sehr dünn besiedelt) in der Nähe eines Städchens namens Emerald. Der Name ist Programm, denn hier waren wir heute auf Edelsteinsuche!
Wir haben am Caravanpark von Rubyvale unser Lager aufgeschlagen und heute eine Self-Drive-Tour zu einem der vielen Gemfields gemacht. Da hier im Moment Off-Season ist, waren wir allein mit unserem erfahrenen Saphirsucher Keith unterwegs. Während der Saison nehmen an den Touren teilweise bis zu 30 Leute teil, aber so war es echt gemütlich.
Ein wenig abseits vom Capricorn Highway auf dem Weg nach Willow (?) bogen wir also gegen 8.30 auf eine Schotterpiste – und dann ging’s off-road! Normale Touristen müssen ein ganzes Stück zu Fuß gehen, aber wir haben ja glücklicherweise unseren Cain, so dass wir Keith mit dem Auto durch den Busch folgen konnten. Ich fand es ziemlich abenteuerlich, David fand es gar nicht so schlimm.
Am Claim angekommen ging es dann los: Nach einer kurzen Einführung stiegen David und ich mit Spitzhacke und Spaten bewaffnet in ein altes Flussbett, wo wir zuerst die obere Erdschicht entfernten und danach das saphirhaltige Gestein locker klopften. Eine Knochenarbeit, die hauptsächlich David übernahm und den Schweiß strömen ließ! Das lose Gestein schaufelte ich in Eimer, die wir, wenn zwei von ihnen gefüllt waren, zu einer (handberiebenen) Gerätschaft trugen, wo unser Wash von zu großen und zu kleinen Steinen getrennt wurde. Danach wurden einzelne Portionen in zwei Durchgängen gewaschen und geschüttelt, so dass die schwereren Saphire sich nach Möglichkeit in der Mitte sammelten. Mit einer geschickten Handbewegung wendete David das Sieb (so ähnlich wie wenn man einen Kuchen stürzt) und wir suchten das Ergebnis nach Saphiren ab – natürlich mit Keiths sachkundiger Hilfe. Danach ging die Knochenarbeit von vorne los.
Nach über 4 Stunden und 12 Buckets war die Ausbeute ziemlich gut: 13 Spahire, davon 3 in einer Größe und einem Zustand, dass wir sie schleifen lassen können! Laut Keith waren wir ziemlich “lucky”.

Das Schleifen haben wir dann einige Stunden später bei Keiths Bruder Dave in Auftrag gegeben. Wir erfuhren, dass unsere drei Fundstücke in geschliffenem Zustand hier in Rubyvale jeweils über 100 Dollar wert sind, in Deutschland vermutlich sogar fast 250! Wahnsinn! Die guten Stücke werden jetzt bis Weihnachten geschliffen und dann direkt nach Deutschland zu meinen Eltern geschickt. Ich kann es kaum erwarten, sie zu sehen! :)
Damit wäre dies der erste Tag auf unserer Australienreise, an dem wir (theoretisch) im Plus sind mit unseren Finanzen.

Und hier noch ein paar Impressionen von uns hart schuftenden Glücksrittern:

( David klopft Steine (schon etwas erschöpft nach 4 Stunden Schwerstarbeit) – Wird später eingefügt, da hier das Internet zu langsam zum Videoupload ist)


Nina schippt Steine


David wäscht Steine


Wir inspizieren Steine

Außerdem:


Ein lesender David und ein nettes Pferd am Campingplatz von Clermont


Die verrückten Regenbogenloris am Campingplatz in Rubyvale

Unser Tagesablauf…

Sonntag, Oktober 31st, 2010

Es ist gerade Acht Uhr Abends und wir sitzen herrlich vollgefressen an unserem heutigen Rastplatz (einem Truckstop bei Townsville). Es gab Wraps mit Chili con Carne, Sour Cream, Käseraspeln und Gurke. Mmh! Es ist schon dunkel, die Flutlichter erleuchten den Platz und die LKWs brummen gemütlich im Hintergrund. Ein paar Tierchen zirpen auch vor sich hin. Nun habe ich die Muße, euch mal von unserem durchschnittlichen Tagesablauf zu erzählen, damit ihr wisst, wie gut wir es hier haben…

Morgens gegen etwa Acht Uhr weckt uns meistens die Sonne. David steht dann auf, öffnet alle Türen von Cain und legt ein paar Handtücher vor die Scheiben, so dass ich noch ein Stündchen lang im Schatten dösen kann. Währenddessen sitzt er in seinem Campingstuhl (für sagenhafte 7 Dollar) und liest (im Moment “Die Landkarte der Zeit”). Wenn ich mich dann aus dem Bett schäle (es ist sooo gemütlich in unserem Auto!), frühstücken wir. Das haben wir zu Hause nie gemacht. Entweder sind wir undiszipliniert und gehen irgendwo essen, z.B. bei Mäcces, weil’s da Free WiFi gibt, oder im Truckstop-Restaurant wegen des Englischen Frühstücks. Oder wir sind brav und rühren unser Milchpulver an (das ist erstaunlich genießbar), um WeetBix mit Banane zu verspeisen. Die Bananen kaufen wir bei Gemüseständen, die hier überall am Straßenrand stehen.
Zwischen 10 und 12 machen wir uns meist auf den Weg: Entweder geht’s direkt zum örtlichen Strand: baden, dösen, lesen, Sonnenbrand-vermeiden; oder zur Post (wir warten seit Tagen auf unsere Steuernummer) oder wir schauen uns irgendeine Attraktion an (z.B. das Reef Aquarium in Townsville oder das Zuckerrohrindustriemuseum in den Atherton Tablelands oder einen schönen Wasserfall oder eine imposante Schlucht, oder, oder, oder…). Wenn wir von einer Region genug haben und nicht durch irgendwelche Reparaturen oder Steuernummern aufgehalten werden, dann fahren wir auch mal ein paar Stunden lang weiter nach Süden. Meistens geht’s den Highway 1 entlang, der Australien einmal umrundet. Hier in der Gegend ähnelt er allerdings mehr einer Landstraße und wir zuckeln immer mit etwa 80 km/h vor uns hin. Seit ein paar Tagen haben wir auch endlich CDs mit unserer Musik; eine Wohltat! Der “Rocktober” im Radio war uns irgendwie zu weichgespült…
Am späten Nachmittag suchen wir uns meistens einen Coles oder Woolworth, um uns dort nach Sonderangeboten (besonders im Fleischsektor) umzusehen und was Feines für’s Abendessen zu ergattern. Meistens läuft es auf zwei Packungen Fleisch (Rinderlappen und Frikadellen, für unter 10 Dollar) hinaus. Danach suchen wir uns einen Barbeque am Strand, schnappen uns unsere Abendessenstüte (mit Grillzange, Ketchup, Salz, Pfeffer, Besteck, Tellern, Küchenrolle, etc.) und genießen unser Essen bei einem fantastischen Ausblick. Manchmal sind wir auch diszipliniert und kochen uns Nudeln mit Gemüse, oder 2-Minute-Noodles (3 Packungen bringen uns zum bersten; 12 Packunge kosteten 3 Dollar). Es fällt aber schwer, bei den günstigen Fleischpreisen standhaft zu sein. ;)
Nach oder vor dem Abendessen suchen wir uns eine Bleibe für die Nacht – entweder im “Camps Australia Wide 5″, einem Reiseführer mit massig Infos zu günstigen und kostenlosen Campmöglichkeiten, oder wir halten einfach die Augen nach Schildern offen. Dort angekommen wird unser Auto vom Tagesmodus in den Schlafmodus ungebaut, was schätzungsweise zwei Minuten dauert. Wir haben auch eine Plane, die an einer beliebigen Seite angebracht werden kann, um etwas Privatsphäre oder Schatten zu garantieren. Abends wird gelesen (allerdings nicht lange, da die Sonne um 19 Uhr untergeht) oder Wein getrunken oder der nächste Tag geplant oder mit den Nachbarn geredet… Wir haben z.B. ein australisches Pärchen (James und Liane) kennengelernt, das in einem Bus lebt und nun die Ostküste rauf- und runterreist. Sie waren so nett und haben uns ein paar Abschleppseile für unseren Landcruiser geschenkt, unsere Mechanikerrechnung gecheckt (James ist auch Mechaniker) und uns ein paar Tipps zum Reisen gegeben. Dann wurde noch über die Leute in Campervans gelästert. ;) Gut, dass wir einen 4WD haben!
Im Bett spielen wir oft noch ne Runde Kniffel oder Black Stories, oder wir sehen ein bisschen Babylon5 auf dem Laptop, bis wir dann zwischen 20 und 24 Uhr einschlafen. In Zukunft wird zu den abendlichen Aktivitäten auch noch Sternegucken dazu kommen, denn ich habe mir vor ein paar Tagen ein Buch über den Sternenhimmel gekauft und versuche nun, mich dort oben ein bisschen zurechtzufinden. Orion habe ich natürlich schon entdeckt, ebenso wie das Sternbild daneben (Lepus) sowie Aldebaran im Taurus. Leider ist hier im Moment alles mit Flutlichtern erhellt, so dass ich nichts sehen kann. Aber dafür werde ich im Outback sicher entschädigt! :)

Wie ihr seht, ist unser Leben hier im Moment sehr relaxt (auch wenn wir trotz der Sparmaßnahmen eine Menge Geld raushauen). Sobald wir die Steuernummern haben, werden wir uns dann aber auf Arbeitssuche machen, um danach unsere Freiheit noch mehr zu schätzen zu wissen. Drückt uns die Daumen, dass die Früchte noch nicht alle gepflückt sind, wenn wir Montag (hoffentlich) endlich weiterreisen können!

Kleiner Foto-Post

Mittwoch, Oktober 27th, 2010

Der Pool im Tropic Days, unserem ersten Hostel

Auf dem Weg nach Port Douglas am Cook Highway: Blick in Richtung Cairns

Cow Bay

Eine Katze fuer Lara am Cape Tribulation :)

Selbst geschlachtete Kokosnuesse!

Millaa Millaa: Winzige Stadt mit tollen Wasserfaellen. Wir haben dort auch gebadet.

Atherton Tablelands. Sieht fast aus wie Schottland, oder?

Unser Cain von Innen. Gruen ist Davids Seite, blau ist Ninas. Unten von links nach rechts: Kueche, Badezimmer, Teile der Speisekammer, 1-Liter-Kanister Sonnencreme.

Ein Possum am Campingplatz! Dort gab’s auch ne Schlange auf dem Damenklo und mal wieder massig Fledermaeuse.

Ein Besuch im Reef Aquarium in Townsville zeigte uns seltenes Meeresgetier des GBR, unter anderem diese Seeschnecke!

Kurzes Update aus Townsville

Sonntag, Oktober 24th, 2010

Huhu! Wir sitzen gerade in Townsville, einige 100 km südlich von Cairns im McDonalds und genießen unser freies W-LAN, das man in jedem (!) Mäcces in Australien hat.

In den letzten Tagen haben wir einiges geschafft:
1. Wir haben unser Auto angemeldet! Nachdem wir wegen zwei in ganz Far North Queensland nicht aufzutreibender Blinker (!) ewig auf unser Roadworthy Certificate gewartet haben, konnten wir Freitag unsgefähr 5 Minuten vor Schließung des Departments unseren Cain auf uns anmelden. Nun haben wir schicke Queensland-Plates und sind für 12 Monate versichert und besteuert. :)
2. Wir waren am Cape Tribulation (wo Captain Cook seinerzeit mit seinem Schiff auf ein Riff auflief). Der Regenwald reicht dort direkt bis zur Küste, und die Strände sind unendlich lang und menschenleer. Auf dem Weg dorthin haben wir eindrucksvolle Schluchten (Mossman Gorge) und einsame Buchten (Cow Bay) gesehen und David hat Cain auf abenteuerlichen Bergstraßen (fast so hart wie der Wurzenpass…) gequält. Auf dem Rückweg gab es Regenschauer, die teils die Straße überfluteten und einen Fahrstreifen unpassierbar machten, da sich ein Wasserfalls darüber ergoss.
3. Wir haben viele Tiere in freier Natur gesehen: Es gab eine handgroße Spinne zu sehen, außerdem mehrere Ulysses-Butterflies, diverse Kängurus sowohl auf einem Campingplatz direkt neben unseren Auto als auch auf der Straße nach Townsville.
4. Wir haben zwei Kokosnüsse am Strand von Cape Trib gefunden und David hat sie unter viel Schweiß und Gefluche geschlachtet. Lecker! Und wie viel Kokosmilch da rauskommt!
5. Wir sind SO zerstochen! David hat allein am linken Unterarm knapp 20 Stiche. Morgen kaufen wir australisches Insect Repellent, denn von Autan zeigen sich die Biester nur mäßig beeindruckt.

Nun bleiben wir ein paar Tage in Townsville, genießen das GENIALE Wetter und die schönen Strände und warten auf unsere Steuernummer. Danach gehts weiter nach Süden, wo wir dann mal ein bisschen Früchte pflücken wollen (denn unser Budget ist in den letzten Tagen ganz schön geschrumpft…).