Archive for the ‘Mildura’ Category

Fotoupdate

Samstag, Februar 12th, 2011

Wir dachten uns, ihr freut euch bestimmt über mehr Fotos. Also haben wir mal unsere Bilder durchgeschaut, damit wir euch weitere Eindrücke aus Australien präsentieren können.

Erstmal ein Anblick, den wir hoffentlich so bald nicht mehr ertragen müssen: Endlose Weinfelder in Mildura. Leider kommt die Hitze auf dem Bild nicht wirklich rüber…

Zum Glück haben wir immer morgens gegen 6, 7 Uhr angefangen. So war es noch halbwegs frisch, und der Mond hing tief über’m Horizont.

Unser Heim in Mildura war dieser Bungalow. Unsere Tür ist die Rechte, in den beiden Räumen daneben lebten etwa fünfzigtausend Inder, die einen unglaublichen Lärm veranstaltet haben. Ob Fleisch klopfen, Hochbetten zusammenbauen oder nachts um halb Zwölf die Wohnung umdekorieren – alles war dabei!

Zum Glück hatten wir mit den Vietnamesen auch nette Nachbarn, bei denen wir zum Bier trinken und Abendessen eingeladen wurden. Die Nudelsuppe war super!

Als wir uns bereits entschlossen hatten, Mildura zu verlassen, zog zum Abschied noch ein dickes Gewitter herauf. Sieht doch vielversprechend aus, oder?

Leider ging während des Unwetters der Storm aus, also musste David sich auf die Suche nach der Sicherung machen.

Andere Leute hat es aber schwerer getroffen: Etwa 200 Häuser standen unter Wasser und die Traubenfarmer waren bestimmt auch nicht begeistert, dass ihre Trauben ziemlich stark bewässert wurden.

Wenigstens hatte David Spaß daran, durch die überfluteten Straßen zu pflügen, wie der Blick aus meinem Fenster beweist.

Ein paar Tage später in Südaustralien sieht der Murray wieder ganz friedlich aus.

Die Wolken sehen aus wie gephotoshopte Quallen…

Bei gutem Wetter gibt’s auch schöne Sonnenuntergänge am Campingplatz.

Auf dem Weg nach Adelaide: Ein Salzsee neben der Autobahn.

Unser Zwischenstopp in Hahndorf, der “ältesten deutschen Siedlung in Australien”, bescherte uns: Eine riesige Fleischplatte “Taste of Germany” mit diversen Würsten, verschiedenen Senfsorten, Sauerkraut, Kassler, Haxen und Kartoffeln, leckeres Hefeweizen und natürlich Ritter Sport! Schade, dass die Temperaturen ebenso hoch waren wie der Preis. Wir konnten gar nicht so schnell essen, wie die Schoki geschmolzen ist.

Don’t feed the Harraß! ;)

Frohes Neues!

Freitag, Februar 4th, 2011

Frohes neues euch allen. Heute haben wir mir unseren Vietnamesischen Freunden neues Jahr gefeiert. Wir sind nun im Jahr der Katze (oder des Hasens, aber das weiß keiner), was wohl ein recht ruhiges entspanntes Jahr ist. Wir wurden zum Grillen eingeladen. Wir haben dann noch ein paar Bier dazugegeben und hatten einen echt netten Abend. Voller Freude kann ich sagen: Man bin ich beturnken. Das war ein echt toller Jahreswechsel…

Mildura Party Hire

Montag, Januar 31st, 2011

Da man bei 42°C nicht viel machen kann als im Zimmer hocken und glotzen, sehen wir zurzeit recht viel TV. Was einem hier in Australien auffällt ist, dass aus jedem kleinen 1,5 Stunden Film ein Herr der Ringe 4 Stunden Epos wird. Die hier wissen noch wie man einen Film mit viel Werbung füllen kann. Das schlimme daran ist, dass immer wieder die gleichen 3 Werbespots gezeigt werden. Nina hat deswegen eben mal einen Camrip unseres Lieblingspots gemacht:

Die Arbeitstage

Freitag, Januar 28th, 2011

Hier passiert im Moment nicht viel neues.
Ich (David) bin auch wieder am picken, da der Oberboss vom neuen Feld leider genug Boxeneinsammler hat.
Jeden Tag stehen wir um 5:15 Uhr auf um mit unseren Asiatenfreunden auf ein Feld zu fahren. Dann starten wir zwischen 6 und 7 mit dem Picken. So gegen 12 Uhr machen wir dann Lunchpause und setzen uns zwischen die Reben und essen eine Kleinigkeit. Dann geht es bis 17 Uhr weiter. Dann fahren wir auf dem Camingplatz wo wir eine Einzimmerwohnung ohne Bad haben, aber dafür eine gute Klimaanlage und einen TV. Für die Badgeschichten müssen wir also immer raus und die Campingeinrichtungen nutzen. Dafür ist die Unterkunft super billig. Nach einer Dusche und einem Abendessen legen wir uns dann ins Bett vor die Glotze und pennen oft sehr sehr früh ein. Und dann geht es halt wieder von vorne los.
Zur Zeit ist die Arbeit sehr hart, da die Früchte total schlecht sind und es um die 40°C heiß wird. Nunja so läuft der Hase.

Mein Freund schläft mit dem Boss…

Dienstag, Januar 18th, 2011

Anders kann ich mir nicht erklären, dass David innerhalb von 1 1/2 Wochen Früchtepflücken nicht nur eine Beförderung, sondern auch eine Gehaltserhöhung bekommen hat!
Wir sind endlich wieder zurück im schönen, dicht bevölkerten Mildura, nachdem wir knapp 9 Tage in Menindee Früchte gepflückt haben. Wie David bereits berichtete, war das Wetter dort in den ersten Tagen verdammt nass, so dass wir in der ersten Woche nur auf insgesamt 10 Stunden pflücken und 2 Stunden verpacken kamen – eine Leistung, die wir in den letzten drei Tagen jeden Tag vollbracht haben! Nach dem Unwetter sind die Trauben leider in schlechter Verfassung, so dass ich weniger pflücken konnte als gehofft (nur etwa 30 Boxen mit jeweils 10kg pro Tag). Das schafft eine Vietnamesin mit der Nummer 31 in 2 Stunden. Übermenschlich!
Dafür hat David diese Woche als Box-Collector anfangen können, wo er nach Stunden bezahlt wird. Jackpot! :) Nachdem er fleißig 10 Stunden am Tag Traubenkisten auf Anhänger geladen hat (insgesamt stolze 7,5 Tonnen pro Tag), hat unser Oberboss sich entschieden, ihm sein Gehalt direkt auszuzahlen und nicht den Umweg über den Contractor zu gehen, der stündlich einen Teil einbehält. Somit gibts nun für ihn 18 und nicht nur 13.50 die Stunde.
Hier mal ein Bild von den Weinreben, die wir bepflücken.

David bat mich, zu betonen, dass er total im Eimer ist und er sich kaum noch bewegen kann vor lauter Muskelkater im Allerwertesten. Ich bin sehr stolz auf ihn, denn was er da jeden Tag in der glühenden Hitze leistet, ist wirklich Wahnsinn! Die beiden Vietnamesen (Ken und Hai), die ursprünglich auch für diesen Job eingesetzt werden sollten, sind allerdings ein bisschen enttäuscht, dass sie sich mit den verrottenden Trauben rumschlagen müssen und nicht auch nach Stunden bezahlt werden. David muss den Job zum Glück nicht allein machen, sondern fährt mit dem Sohn vom Boss und einem weiteren Kollegen durch die Gegend. Die drei haben mächtig Spaß, baggern die armen Vietnamesinnen schamlos an und fluchen wo es nur geht (wie Australier das halt so machen…). Sonst würde man bei der Arbeit wahrscheinlich auch verrückt werden…

Heute sind wir früher als erwartet wieder nach Mildura gefahren, wo die Trauben hoffentlich besser sind, da es hier manchmal regnet und die Reben daher mit Plastikfolie abgedeckt werden. So können sie nach einem Schauer nicht anfangen zu faulen. Wir sind gespannt, ob David seinen netten Job mit Andrew und Michael behalten darf, oder ob er wieder pflücken muss.
Der Caravanpark ist hier jedenfalls viel erträglicher als der Erste in Menindee, so dass wir es in Mildura gut ein paar Wochen aushalten können. Hier sind übrigens mal ein paar Eindrücke aus dem Park des Grauens: Das Innere unserer Behausung sowie Fotos vom Morgen nach dem Unwetter.



Als wir heute über Broken Hill nach Mildura zurückfuhren, haben wir übrigens noch Nachwirkungen der Regenfälle gesehen. Teile des Outbacks hatten sich skurrilerweise in sumpfartig aussehende Seen verwandelt. Auch die Straße war von dieser Umwandlung nicht ausgenommen:

Es ist übrigens nur ein wenig komisch, allein unter Asiaten (die Chefs ausgenommen) auf dem Feld zu stehen. Das Englisch der Vietnamesen ist zwar schwierig zu verstehen (sofern denn überhaut Kenntnisse vorhanden sind), aber besonders die Leute in unserem Alter sind total nett und wir haben sehr viel Spaß. Die mäßigen Englischkenntnisse hindern Ken und Hai nicht daran, einen ständig vollzuquatschen. Meistens kriegen wir auch irgendwie raus, was sie sagen, aber je mehr VB sie intus haben, desto schwieriger wird es.
Mit zwei Mädels aus Hong Kong verstehe ich mich auch sehr gut, denn die beiden sind ebenso wie wir durch die Sprachbarriere ein bisschen behindert, da nur einer der Vietnamesen auch Chinesisch spricht. Lustigerweise finden sie genau die selben Sachen wie wir an Australien merkwürdig: Verdammt freundliche Leute, relaxtes Arbeiten, langsames Internet…

Noch eine kleine Anekdote von heute morgen: Michael, Davids Kollege war schon öfters in Deutschland und kann daher “Schneller, schneller!” sagen (das konnte Alex, unser WWOOF-Host übrigens auch). Also ruft er das den Pflückern manchmal zu, die es natürlich nicht verstehen. Heute antwortete aber eine neue vietnamesische Pickerin darauf: “Sprichst du Deutsch?” Wie sich rausstellte, leben sie und ihr Freund eigentlich in Düsseldorf und sind im Moment zum Picken in Australien. Sachen gibt’s…

Und zum Abschied: Sonnenuntergang im Outback. Schön!